Stadtgut Görlitz LandeskroneFruehling.jpg
Stadtgut Görlitz Hilbersdorf.jpg
Stadtgut Görlitz Bruderhaehne.jpg
Stadtgut Görlitz Apfelbluete.jpg

Unser Betriebsplan Natur

 smul.2018_logo_betreibsplan.natur_CMYK-1.jpg
 Eiche.jpg
 Ackerrain in KuWi.jpg
 Lebensraum Lehmpfütze.jpg
 Kohldistelwiese.jpg
 Landschaft-Hilbersdorf.jpg

Der Betriebsplan Natur ist ein gesamtbetriebliches Informationsangebot für landwirtschaftliche Betriebe im Rahmen der Naturschutzqualifizierung für Landnutzer (RL NE/2014). Das Angebot ist kostenlos und freiwillig.

Der Betriebsplan Natur zeigt:

Welche Leistungen das Stadtgut Görlitz zum Erhalt der biologischen Vielfalt erbringt.

In welchen Schutzgebieten wir arbeiten und welche Anforderungen bestehen.

Welche Arten und Biotope im Stadtgut Görlitz vorkommen und welche davon für uns besonders wichtig sind.

Wie das Stadtgut Görlitz ökologisch aufgewertet werden kann.

Der Betriebsplan Natur wurde durch einen Fachexperten in einem gemeinsamen Abstimmungsprozess mit unserem Betrieb entwickelt. Dabei wurde unsere Naturausstattung analysiert und weitere Möglichkeiten zur ökologischen Aufwertung unter den betrieblichen Bedingungen ermittelt. Daraus wurden Vorschläge zur Umsetzung in unserem Betrieb abgestimmt. So lassen sich Naturschutzauflagen mit betrieblichen Erfordernissen besser verknüpfen. Die Ergebnisse sind kompakt und übersichtlich im Betriebsplan Natur als anschauliches Kartenwerk mit textlichen Beschreibungen und schlagkonkreten Vorschlägen zusammengestellt. Im Folgenden geben wir Ihnen eine Zusammenfassung unseres Betriebsplan Natur.

Naturausstattung im Betrieb

Naturräumlich gehören unsere Betriebsflächen zur Östlichen Oberlausitz und liegen zwischen 200 und 260 m Höhe NHN. Die Landschaft prägen markante Einzelberge wie die Landeskrone und die Berggruppen bei Königshain. Bei Markersdorf arbeiten wir in einem Teil des Vogelschutz-Gebietes („Feldgebiete in der östlichen Oberlausitz“). Klimatisch wirtschaften wir schon etwas im kontinentalen Bereich mit in einer Temperaturspanne von knapp 19 Grad. Unsere Böden bieten uns fruchtbare bis sehr fruchtbare Standorte.

Die Schwerpunkte unseres Betriebes für den Naturschutz liegen in der Förderung des Rebhuhns, der Amphibien, der Fledermäuse und der für verschiedene Tiergruppen wertvollen Strukturen, wie Hecken, Kleingewässer, Blühflächen und ganzjährig ungenutzte Grünlandflächen.

In der Flächennutzungsplanung der Stadt Görlitz ist das Tal des Feldmühlgrabens als regional bedeutsame Biotopverbundachse zwischen den Europäischen Schutzgebieten entlang der Neiße und der Landeskrone ausgewiesen (Detailplanungen „Arten und Biotopschutz“). Bedeutsam für den Artenschutz sind auch die Täler des Kunnerwitzer Wassers und des Grunds. Alle drei Täler bieten zum Beispiel Fledermäusen und Fischottern Leitstrukturen und Jagdgebiet.
Eine besondere Bedeutung haben unsere Stadtgutflächen um Kunnerwitz und bei Markersdorf für das Rebhuhn als bisher unregelmäßig genutztes Brutgebiet und als Verbundachse zu Lebensräumen südlich und nördlich der Stadt Görlitz.
Auch viele weitere Arten kommen auf und um unsere Flächen vor, wie Ortolan, Neuntöter, Weißstorch, Grauammer, Braunkehlchen und Haselmaus.

 FrankRichterRund.jpg

Geschäftsführer Frank Richter über die Entscheidung für einen auf das Stadtgut zugeschnittenen Betriebsplan Natur:

„Naturschutz ist der Grund, warum ich Ökolandbau betreibe. Auf unseren Flächen wirtschaften wir so naturnah und schonend wie möglich. Der Betriebsplan Natur hat uns ermöglicht, mit Hilfe eines Naturschutzexperten einen genauen Überblick über die Tier- und Pflanzenarten am Betrieb zu bekommen. Das ist sehr wertvoll für uns, denn nun können wir mit konkreten und oft ganz einfachen Maßnahmen gezielt Verbesserungen bewirken. Wer seinen Betrieb mal von einer anderen Seite (besser) kennen lernen will, sollte das Programm auf jeden Fall nutzen!“

Ausgewählte Naturschutzleistungen im Stadtgut Görlitz

Unser Betriebsplan Natur enhält insgesamt 18 Maßnahmenvorschläge - große, kleine, einmalige und dauerhafte. Bei der Umsetzung ist es uns wichtig, dass alle Mitarbeiter über Sinn und Zweck Bescheid wissen. Nur wenn alle dahinterstehen, können wir Maßnahmen wie die gestaffelte Mahd auch sachgerecht durchführen. Einige der Maßnahmen aus unseren Betriebsplan Natur möchten wir hier schlaglichtartig vorstellen.

Laichgewässer für Grasfrösche

Grasfrösche sind im Stadtgut noch recht häufig zu sehen – und das soll auch so bleiben. Denn für den Grasfrosch wird immer öfter das Wasser knapp: Zum Laichen benötigt er kleine Teiche und Weiher, die sich zeitig erwärmen. Infolge des Klimawandels schrumpft sein Lebensraum, Tümpel trocknen oft schon früh im Jahr aus. Um den kleinen Fröschen eine Starthilfe zu geben, haben wir im Stadtgut zwei trockene Tümpel wieder ausgehoben – hoffentlich eine zuverlässige Brutstätte für viele Grasfroschgenerationen.

Schlafplätze für Fledermäuse

Im alten Erdkeller am Steinberg überwintern Wasser-, Mops-, Fransen- und Zwergfledermäuse, Braune Langohren und die ein oder andere Mausohrfledermaus. Um ihnen auch im Sommergeeignete Schlafplätze anzubieten, haben wir rund um die Hühnerfarm, am Loenschen Gut und am Betriebssitz Fledermauskästen angebracht.

Rückzugsort Feldrain

Unordnung kann Leben retten: Ein Ackerrandstreifen, der nicht gemäht wird, sieht auf den ersten Blick vielleicht nachlässig aus. Bei näherem Hinsehen offenbart sich hier ein Lebensraum für viele Insekten, die auf dem Acker keine Chance haben. Grasfrösche nutzen ihn als Durchgangsstraße zum Laichplatz, Hasen suchen Schutz. Und wenn sich Hochstauden ansiedeln können, finden auch die Braunkehlchen wieder Sitzwarten, um erfolgreich auf Insektenjagd zu gehen.

Wiesenpflege für den Weißstorch

Weißstorchpaare haben unsere Stadtgutflächen zur Nahrungssuche vor der Tür. Für sie ist es wichtig, zu unterschiedlichen Zeitpunkten gemähte Wiesen vorzufinden, um dort auf Schnecken-, Mäuse- und Insektenjagd gehen zu können. Für uns heißt das: Nicht gleich alles niedermähen, auch wenn das bedeutet, nicht ganz effizient arbeiten zu können.

Schon vor der Erarbeitung des Betriebsplan Natur wurden auf den Flächen des Stadtgut Görlitz viel für den Arten- und Biotopschutz getan. Auf unseren Äckern gedeiht eine Vielfalt von Feldfrüchten, darin brüten und leben Feldvögel und Insekten, auch Wildkräuter siedeln sich an. Doch nicht nur die Tiere fühlen sich hier wohl: Die Landeskrone, Görlitzer Wahrzeichen und unser Hausberg, liegt direkt vor unserer Haustür. Von oben haben Wanderer und Ausflügler einen guten Überblick über das von uns bewirtschaftete Gebiet – vor allem zur Zeit der Obstblüte ein Genuss fürs Auge!

Diese Inhalte wurden in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzqualifizierer Christian Hoffmann auf Grundlage des Betriebsplans Natur vom Mai 2017 erstellt.
Der Betriebsplan Natur wurde von Sven Büchner und Dr. Andreas Scholz erstellt.
Die Qualifizierung Naturschutz für Landnutzer ist ein kostenloses, freiwilliges Angebot. Es wird durch Vereine/Verbände bzw. Planungsbüros im Auftrag des Freistaates Sachsen und der EU angeboten.

www.smul.sachsen.de/Naturschutzqualifizierung
www.smul.sachsen.de/BetriebsplanNatur

 smul_hinweisschild_betriebsplan.naturEND-ohneLöcher-1.jpg